Pfefferminze

Lateinische Bezeichnung: Mentha x piperita L.
Herkunft: aus einer Kreuzung der Wasserminze (Mentha aquatica) mit der Grünen Minze (Mentha spicata) im Jahre 1696 in einem Arzneigarten in England.
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Vorkommen: in ganz Europa, wird häufig angebaut
Verwendete Pflanzenteile: vor allem Blätter (Folium menthae piperitae), auch Kraut (Herba Menthae piperitae)
Hauptwirkstoffe: ätherisches Pfefferminzöl (Menthol und seine Ester), Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide

Heilwirkung:

  • wirkt als mildes Lokalanästhetikum
  • wirkt schmerzlindernd bei krampfartigen Magen- und Gallenblasenschmerzen (das Menthol blockiert die Schmerzrezeptoren)
  • lindert die Krämpfe der glatten Muskulatur im Verdauungstrakt
  • lindert Blähungen
  • regt die Produktion der Magensäfte und der Gallenflüssigkeit an
  • ganz allgemein hat die Pfefferminze einen positiven Einfluss auf die Verdauung, da sie  die Gärung im Verdauungstrakt hemmt und antiseptische Wirkung entwickelt (das Menthol hemmt das Wachstum von Krankheitserregern)
  • lindert die Übelkeit und Brechreiz (auch während der Schwangerschaft)
  • das Pfefferminzöl ist ein wirkungsvolles Mittel gegen Kopfschmerzen, es wird auf der Stirn und auf den Schläfen aufgetragen
  • auf sanfter Weise stimuliert sie das Zentralnervensystem
  • heilt die Schleimhautentzündung der oberen Atemwege
  • hilft bei der psychischen Labilität, Rheumatismus und einigen Hautkrankheiten
  • Inhalation des Pfefferminzöls bringt schneller das Sättigungsgefühl, was bei der Gewichtreduktion nachhilft und verbessert die Sinneswahrnehmung von Geruch und Geschmack
  • steigert die Konzentration und mentale Aktivität
  • bei äußerlicher Anwendung wirkt das Pfefferminzöl angenehm kühlend und steigert die Empfindung der Kälte

Anwendung des Pfefferminzöls:

  • bei krampfartigen Schmerzen im Verdauungstrakt, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall, Magen- und Dünndarmentzündung, Gallenblasensteinen, Übelkeit und Brechreiz
  • bei Herzschwäche, Schwächezustand und Schwindelgefühl
  • bei Kopfschmerzen wird das Pfefferminzöl auf der Stirn und den Schläfen aufgetragen
  • bei der Hysterie und Hypochondrie
  • bei der Schleimhautentzündung der oberen Atemwege

Einige Tipps:

Einen Tropfen des Pfefferminzöls in den lauwarmen Kräutertee oder Wasser hinzufügen (doch nicht bei Kindern unter 6 Jahren).
Einen Tropfen des Pfefferminzöls in den Händen verreiben und danach inhalierender erfrischende Duft verbessert die Laune, Konzentration und Wachsamkeit und hilft gegen Müdigkeit. Man kann einen Tropfen auch unter der Nase verreiben (bei Kleinkindern vermeiden).
Einige Tropfen des Pfefferminzöls auf dem Bauch und den Handgelenken einmassieren, es lindert die Reiseübelkeit.
Eine Einreibung von 2 – 3 Tropfen des Pfefferminzöls auf dem Brustkorb lindert das körperliche Unbehagen und die Unruhe und verbessert die Atmung bei verschiedenen Beschwerden.
Sehr wohltuend ist die Inhalation des Pfefferminzöls, das aufgrund der kalten Diffusion in der Luft zerstäubt wurde.
Gesundheitsfördernd wirkt auch die Reflexfußmassage mit Pfefferminzöl.

Wichtiger Hinweis: im Allgemein ist die Pfefferminze für eine Langzeitanwendung nicht geeignet. Man soll sie auch während einer homöopathischen Behandlung weglassen, da sie die Wirkung der Homöopathika zum Teil oder ganz aufhebt (aufpassen muss man auch bei mentholhaltigen Zahnpasten, die man durch Zahnpasten ohne Menthol ersetzen soll, z.B.  die Calendula-Zahncreme von Weleda).

Aufpassen müssen auch schwangere Frauen sowie auch die an Hochblutdruck Leidenden (das Menthol regt den Herzmuskel an), weiter auch Menschen, die an Magenentzündung und Magengeschwür leiden. Bei Kindern unter einem Jahr ist die Verwendung von Pfefferminzöl zu vermeiden.

Verwendete Literaturquellen:
ABC der Kräuterheilkunde, Wiegele, Miriam, NORKA Buch und Zeitungsverlag GmbH, 1999
Atlas liečivých rastlín, Macků, Jan a Krejča, Jindřich, Slovenská akadémia vied, 1987
Heilpflanzen Praxis Heute, Bäumler, Siegfried, Elsevier Urban & Fischer München, 2007
Herbář hermetikův, Kabelák, František, Nakladatelství Vodnář, 2011
Herbář léčivých rostlin, Janča, Jiří a Zentrich, Josef A., Eminent, 2008
Reference Guide for Essential Oils, Higley, Connie and Alan, Abundant Health, 2012
Všetko o liečivých rastlinách, Bühringová, Ursel, IKAR, 2010
Der Kosmos Heilpflanzenführer, Schönfelder, Ingrid und Peter, Kosmos, 2010

 

 

 

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